
Entweder man mag ihn, oder.. - ...man mag ihn halt nicht.Ein Zwischending gibt es hier nicht.Ich denke, ich bin mit keinen Erwartungen an diesen Film herangegangen & das war auch gut so, ansonsten wäre ich wohl etwas enttäuscht gewesen, erwartete etwa mein Freund einen puren Horror-Gruselfilm a la Grudge o.Ä.Trotzallem gefiel mir der Film wirklich gut, einfach, weil man sich ängstigt, die Atmosphäre ist angespannt & man fragt sich doch die ganze Zeit, was da nun dahinter steckt.Beim Ende, ja nun - ein Aha-Effekt, aber unerwartet, wie ich fand.Fazit in meinen Augen: Den Film nur sehen, wenn man jetzt wirklich keinen Gruselschocker erwartet, trotzallem hält man in manchen Momenten die Luft an. Der Spannungsbogen wurde vielleicht etwas ungeschickt gelegt, trotzallem : Für Fans von Mystery und Grübel genau das richtige.
Hier scheiden sich die Geschmäcker... - El Orfanato ist wohl einer der Horrorfilme, die die Meinungen der Zuschauer am krassesten scheiden. Der eine kommta aus dem Kino und ist haltlos begeistert, der andere wacht erst am Ende des Abspanns auf und fragt sich ...und wo war jetzt der Horrorfilm?Um eines vorwegzunehmen: Wer beim Wort Horrorfilm zuallererst an fiese Monster, plötzliche Schockeffekte, eventuell Splatterszenen und Adrenalinachterbahn im Kinositz denkt, könnte diesen Film tatsächlich langweilig finden. Der Schrecken von El Orfanato spielt - auf Fußballerdeutsch - nicht in einer anderen Liga, er spielt ein vollkommen anderes Spiel.El Orfanato ist beinahe sanft in seiner Erzählweise, auf bombastische Adrenalinausschütteffekte verzichtet er so gut wie ganz. Der Schrecken dieses Filmes lauert weniger im Gezeigten als mehr in dem, was man nicht sieht. Unter Horrorfilmgenres würde ich ihn eventuell dem klassischen Geistermärchen- und Spukhausfilm zuordnen. Gegruselt und erschreckt habe ich mich in diesem Film vorzüglich, ich würde diesen Film allerdings durchaus auch Leuten empfehlen, die normalerweise vor Horrorfilmen zurückschrecken, weil ihnen das Genre zu blutig/zu gewalttätig/zu schrecklich ist.Die Handlung ist brilliant erzählt, die Bilder sind bezaubernd. Alle roten Fäden der Handlung werden aufgegriffen und verwertet, am Ende bleiben keine Fragen offen. Dieser Film lässt den Zuschauer auch mit dem Schrecken auch nach dem Abspann nicht allein: Das Ende - ohne spoilen zu wollen - macht den Film rund und erklärt das zuvor Gesehene.Sicher - die obligatorischen Aber wieso hat er/sie denn nicht einfach...?-Fragen kann man sich stellen, aber das sind Horrorfans an sich ja gewöhnt [Stichwort Warum trennen die sich eigentlich immer und laufen allein rum?! Gucken die keine Horrorfilme? ,)]. Die Schauspieler sind gut gewählt und absolut überzeugend, Schnitt und Kamerafürhrung tragen dazu bei, dass sich die Atmosphäre des Films beinahe unmerklich verdichtet und den Zuschauer fesselt. Für mich war El Orfanato einer der besten Horrorfilme seit seeeehr langer Zeit, da ich besonders diese subtile Art Schrecken besonders gern mag und gut erzählten Geschichten per se nicht widerstehen kann - und dieser Film bietet beides. Meine Empfehlung wäre also für Fans von etwas lauteren Filmen des Horrorgenres, sich diesen Film eventuell erst mal ohne Erwartungen anzuschauen. Für Fans von subtilem Horror und Leute, die sich an einer gut erzählten Geschichte erfreuen können, empfehle ich diesen Film uneingeschränkt - zumal er in dieser Auflage in einem äußerst schick gemachten Steelbook mit attraktivem Bonusmaterial daherkommt.FAZIT: Für mich einer der besten Filme der letzten Zeit, unabhängig vom Genre. Für Horrorfans eventuell Geschmacksfrage.
Das Waisenhaus hat mich heute Nacht nicht schlafen lassen - Ich finde generell Filme dieser Art wo kleine Kinder mitspielen sehr unheimlich.Der Film ist echt gelungen, von Anfang bis Ende hatte ich ein angespanntes schauriges Gefühl in mir. Die ganze Film Kulisse von dem Haus angefangen, mit dem Leuchtturm, das Meer, ist wirklich sehr schön aber irgendwie doch düster und unheimlich zugleich.Die Schauspieler haben ihre Rolle alle sehr gut dargestellt.Zur Story, Laura war als Kind selber in diesem Waisenhaus. Dieses Waisenhaus hatte überwiegend, kranke behinderte Kinder. Sie wurde als sieben jährige von einer Familie adoptiert und ist dort weg. Jahre später als Erwachsene, verheiratet mit einem Arzt und mittlerweile Adoptiv Eltern eines HIV positiven Kindes, haben Laura und Carlos das Waisenhaus gekauft um selber 4-5 Kranke Kinder dort aufzunehmen und zu pflegen.Simon ihr Sohn, hat dort imaginäre Freunde und anfangs machen sich Laura und Carlos Sorgen, die sich aber schnell als Sorgen anderer Art entpuppen. Simon verschwindet und das Spiel beginnt für Laura, das sie in Iherer Kindheit mit ihren Freunden immer spielte.Endlich mal wieder ein intelligentes schauriges Grusel Märchen, das ohne viel schnick schnack den Zuschauer den ganzen Film über in seinen Bann zieht.Von meiner Seite aus, absolut empfehlenswert.
Ein wahnsinnig spannender Film - Laura will das Waisenhaus in dem sie aufgewachsen ist wieder zum Leben erwecken und kehrt mit ihrem 7 jährigen Sohn Simon dorthin zurück. Doch was sie nicht weiß es spuken die Geister der ehemaligen Bewohner darin herum. Bei der Einweihungsfeier verschwindet Simon plötzlich. Laura versucht alles um ihren kleinen Jungen wieder zufinden, denn Simon ist schwer krank und braucht täglich seine Medizin. Habe mir den Film gestern angesehen und ich muß sagen er ist nicht blutig aber er hat sehr viele Schockmomente. Einige Male bin ich sehr erschrocken. Sehr zu empfehlen.
Äusserst empfehlenswerter Horrorfilm der alten Schule - Der spanische Film Das Waisenhaus spielte bislang weltweit etwa 75 Millionen US-Dollar ein, den Hauptteil davon aber außerhalb der Vereinigten Staaten. Somit hinter Pans Labyrinth von Guillermo del Toro der zweiterfolgreichste spanische Film aller Zeiten.Der Film war Spaniens offizieller Beitrag zur diesjährigen Oscarverleihung, konnte aber nicht unter die besten 5 Auslandsfilme kommen. Möglich, dass es am Genre lag...Horror ist bei der Academy immer noch ein bisschen verpöhnt. Umso mehr noch, wenn er so verschnörkelt und die Handlung mit vielen Geheimnissen behaftet ist, wie im Erstling des Regisseurs Juan Antonio Bayona. Die internationale Kritik stellte natürlich Vergleiche an, die meisten Assoziationen gabs zu The Others von Alejandro Amenabar. Gelegentlich sah man auch Ähnlichkeiten zu Jack Claytons Schloss des Schreckes oder gar zum Vorzeigefilm des Genres Wenn die Gondeln Trauer tragen.Mich hat der Film mit seinen vielen Rätseln und seiner geheimnisvollen Ambiente sogar stellenweise an Peter Weirs Frühwerk Picknick am Valentinstag erinnert. Tatsächlich spielt der Film in einem ehemaligen Waisenhaus. Also ein Ort von Kindern und Erwachsenen, die diese Kinder erziehen. Im Spanien der Gegenwart erwerben die 37-jährige Laura (Belen Rueda) und ihr Mann Carlos (Fernando Cayo) dieses etwas abseits gelegene ehemalige Waisenhaus, in dem Laura selbst vor 30 Jahren aufwuchs - bevor sie adoptiert wurde, wie wir durch die Anfangssequenz erfahren und Laura als Kind mit anderen Waisen draussen Ochs am Berg und anschliessend Fangen spielt. Lauras adoptierter Sohn Simon ist ein introvertiertes Kind und hat einen imaginären Freund. In der weitläufigen, rustikalen Villa lernt er bald sechs neue, wesentlich besorgniserregendere imaginäre Freunde kennen, die nur er sehen kann, bald spielt er auch Schnitzeljagd mit seinen neuen Freunden und als das Ehepaar ein Fest für die Nachbarschaft veranstaltet, tritt dort ein Kind mit einem Kartoffelsack über dem Kopf auf, das Laura bedroht..zu diesem Zeitpunkt verschwindet auch Simon spurlos. Sowohl Kriminalpolizei als auch Parapsychologen schalten sich ein...Der Film ist klasse fotographiert und ist verschnörkelt genug nicht alle seine labyrinthartigen Mysterien gleich freizugeben. Vieles bleibt im Verbrogenen und der Zuschauer kann und muss so eigene Implikationen zum vielschichtigen Stoff entwickeln, die teilweise verstörende, opulente und reiche Bildsprache ist dabei sehr hilfreich. Das Ende ist so geisterhaft besetzt, dass man echt aufpassen muss, um den grausamen schicksalhaften Plot nicht zu übersehen, der sich aus der Kombiation zwischen a, b und c ergab. Also vielleicht sogar ein zweites Mal anschauen...In einer schönen Nebenrolle als Medium gibts ein Wiedersehen mit Geraldine Chaplin, die jahrelang das Bild des spanischen Film durch ihre Präsenz in den Filmen von Carlos Saura mitprägte.