
Gescheitert. - Nun, da schon zu Handlung und audiovisueller Untermalung en detail alles gesagt wurde - erstere ist schlichtweg erbärmlich, zweitere streckenweise wirklich ein Traum - möchte ich kurz auf den Film als Ganzes eingehen:der Untergang beginnt mit der Wahl des Hauptdarstellers - eine nichtssagende Gestalt, die aussieht wie Kevin Sorbo anfang zwanzig. Ja, Kevin Sorbo, genau dessen Charaktergesicht drängte sich mir die ganze Zeit auf - für Mister super-genius Physiker hätte man keinen schlechteren Schauspieler finden können.Die anderen Darsteller - fast durch die Bank grottig, schlicht grottig.Atmosphärisch - Bilder und Ton - hat der Film immer wieder wahrhaft geile Ansätze - man kann immer wieder beginnen, sich in dem aufkommenden Sog zu verlieren, in Phaszination erstarrt zu verharren.Doch das ganze ist inhaltlich viel zu schlecht umgesetzt, Story und Dialoge derartig stümperhaft, das es zum einen kaum zu glauben ist, dass jener Herr einst Trainspotting erschuf, zum anderen mir keine andere Wahl bleibt, als folgendes Urteil zu fällen: mittelmäßig, verschenkt.
Stark begonnen und ganz stark nachgelassen - Schade! - Schade, wirklich schade - Sunshine hat in der ersten Filmhälfte alles aufgeboten, was ein atmosphärisch dichter, spannender und visuell beeindruckender Sci-Fiction-Film ausmacht. Leider wurde dann mit der Brechstange versucht, die Handlung in Richtung des Splatter- und Horror-Genres zu kippen und das katapultiert diesen Film auf die Resterampe der ambitionierten, aber meist irgendwie verhunzten Filme. Wirklich schade...Die Ikarus II ist die letzte Chance der Menschheit die implodierende Sonne wieder anzuwerfen. Mit einer gewaltigen Bombe, soll der lebensnotwendige Stern wieder zum Strahlen gebracht werden. Doch als der Funkkontakt zur Erde früher als erwartet abreißt und die Crew ein Signal von der eigentlich verschollenen Ikarus I empfängt, muss der Physiker Capa (Cillian Murphy) eine folgenschwere Entscheidung treffen...Bis hier hin stimmen Atmosphäre, Effekte, Spannung und sogar die Schauspielkunst der eher unbekannten Darsteller. Tja, nur leider entwickeln sich diese besagten Schauspieler zu einem unkontrollierbaren Haufen, der gut in einen Teenie-Horror-Streifen passen würde. Spätestens hier wünscht man sich den Wagemut der Amerikaner á la Armageddon herbei ,o) Das restliche Drittel des Films ist dann eine Mischung aus zu hektischen Schnitten, doch ziemlich billigen Effekten und eine Handlung die wohl auf die erzeugte Atmospähre in den Anfangsminuten nicht ganz vertraut hat und nun ins Horror- und Splatter-Genre abdriftet. Mir hat es nicht gefallen - somit gibt es von mir, von den potentiell 4 oder gar 5 Sternen, nur noch zwei.
Grandiose Umsetzung einer schwachen leeren Gechichte - Eines vorweg, die geschichtliche handlung würde ich mit einen Punkt bewerten. ABER, die visuelle umsetzung, spezial effekte, musik, kamarafühung, Schausspieler und der schnitt machen diesen Film nahezu zu einem meisterwerk. Aber leider nur nahezu. Ich persönlich bevorzuge filme mit handlung und geschichte. Die Umsetzung mit all ihren komponenten ist für mich normal nur eine aufwertung der Geschichte. Hier ist es anders. Hier trägt die phänomenale umsetzung den gesamten film. Aber macht euch selbst ein bild. Erwartet nicht zu viel von der geschicte aber dennoch alles. Schlussendlich kann ich nur das eine sagen, hier wurde der erste film erschaffen der mich aufgrund der visuellen umsetzung tief berührte. Darum vier sterne.
Sonnenschein mit Mehrwert - Über den Film selber kann und darf man sich natürlich streiten - meine persönliche Einschätzung von SUNSHINE ist allerdings die, dass ich lange keinen überzeugenderen SciFi-Thriller gesehen habe. Natürlich ist die Erwartungshaltung an den Film maßgeblich dafür ausschlaggebend, ob der Plot-Twist im letzten Drittel des Films einem das Filmerlebnis verdirbt oder nicht, aber faktisch muss man feststellen: Die beklemmende Atmosphäre des Films, seine phantastischen Bilder und die durchweg überzeugenden Darstellungen der (teils wenig bekannten, teils ungewöhnlich besetzten) Schauspieler heben ihn sicherlich auf das Niveau solcher Genre-Klassiker wie ALIEN, EVENT HORIZON oder MISSION TO MARS.All diese und noch weitere Space-Road-Movies zitiert der Film, allerdings ohne sie billig zu kopieren. SUNSHINE hat eine eigene Identität und eine eigene Stimme, er ist ein beizeiten elegischer, verschwiegener Film, der durch seine Bildsprache fesselt.Wer eine Action-Space-Opera erwartet, sollte definitiv die Finger von SUNSHINE lassen. Ein Action-Spektakel ist SUNSHINE wirklich nicht. Wer hingegen ein Freund von Weltraum-Filmen wie ALIEN, EVENT HORIZON, OUTLAND - PLANET DER VERDAMMTEN, Soderberghs SOLARIS-Remake oder auch Kubricks legendärem 2001 - ODYSSEE IM WELTRAUM ist, der wird auch diesem Film einige bis sehr viele Dinge abgewinnen können.Gleichgültig, ob man SUNSHINE leiden mag oder nicht, die DVD-Sonderausstattung verdient volle 5 Sterne: Hier wird bewiesen, dass man Bonusmaterial ohne übermäßigen Aufwand als wirklichen Mehrwert aufmachen kann. Neben den zu erwartenden Standards (Outtakes, Kommentars des Regisseurs und einiger Filmtrailer) wartet die DVD mit einer üppigen Auswahl an Videotagebüchern auf, die während der Produktion geschossen wurden und diverse Aspekte von wissenschaftlichen Informationen über Einblicke in die Produktionshintergründe bis hin zu Selbstinterpretationen der Figuren durch ihre Darsteller zur Verfügung stellen. Insbesondere dieser Punkt hebt den Film in dieser DVD-Ausgabe über das Gros der vergleichbaren Produkte heraus. Als Dreingabe sind zudem zwei (nicht mit SUNSHINE zusammenhängende, aber dennoch sehenswerte) Kurzfilme mit im Gepäck, die den verbleibenden Platz auf dem Datenträger kurzweilig auffüllen. Man fragt sich, warum so etwas nicht öfter gemacht wird. (Man kann hierbei lediglich den deutschen Verantwortlichen den Vorwurf der Schluderei machen, da weder die Outtakes noch die Videotagebücher deutsch untertitelt sind - da muss man also auf englisch durch, was für den einen oder anderen ein negativpunkt sein dürfte.)Fazit: Zum Preis von derzeit knapp 9 Euro kann man nur zum Zugreifen raten. Diese DVD ist ein kleiner Sonnenschein mit Mehrwert. Sozusagen.
Wieso? - Der Film beginnt packend. Die schönen Bilder faszinieren und fesseln von beginn an. Es wird eine dichte und leicht düstere Atmosphäre geschaffen und die Spannung langsam aber sicher aufgebaut. Die ersten 2/3 des Films sind grandios! Was dann passiert ist für mich eine Entäuschung. Wie kann man eine dermaßen gute Idee und Umsetzung so einfallslos zerstören. Der größte Vorwurf meinerseits ist, dass der Regisseur dem Unheimlichen und Mysteriösen ein Gesicht gegeben hat, bzw. er hat das ganze Personifiziert, indem er den ersten Kapitän auftauchen lies. Hätte er doch nur die knisternde Spannung und die am Ende vollends düstere Stimmung gehalten, indem er die Gründe für die Geschehnisse dem Zuschauer vorenthalten hätte. Leider tat er das nicht und hat die tollen Metaphern durch diese Personifizierung zunichte gemacht. Da hat mir Event Horizon, mit dem Sunshine offensichtliche Ähnlichkeit hat, sehr viel besser gefallen. Vor allem wurde im letzteren ein perfektes Ende gefunden. Hier war das nicht der Fall und das ist einfach nur schade.